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Warum Kinder Entspannung brauchen und was dabei hilft

In einer immer schnelllebigeren Zeit der permanenten Erreichbarkeit durch Handys und Internet, einem allgegenwärtigen Medienwahn und Leistungsdruck, der schon vor der Einschulung zu beginnen scheint, verlernen Kinder leicht, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Hinzu können Krisen in der Kindheit wie die Scheidung der Eltern, der Tod eines Familienmitglieds, eine schwere Krankheit oder Mobbing kommen, die nach einem emotionalen und physischen Ventil verlangen.

Durch den Stress und die Überforderung der oben beschriebenen Situationen beginnen bereits Kinder Symptome wie Schlaflosigkeit, Herzrasen, Angstzustände oder Konzentrationsschwierigkeiten sowie häufiges Kopf- und Bauchweh zu entwickeln. Auch Nervosität und wiederkehrende Wutanfälle sind Anzeichen für die fehlende Entspannung von Körper und Geist. Mittlerweile gibt es spezielle Entspannungskurse für Kinder, etwa von Turnverbänden, deren Kosten von Krankenkassen übernommen werden können. Im Kindergarten bietet sich ein idealer Ort, Kinder bereits frühzeitig mit Entspannungs- und Meditationsübungen vertraut zu machen, die richtig angewendet nicht nur Gesundheit und Selbstvertrauen stärken, sondern auch gut fürs Lernen sind.

Wichtig bei Kindern ist, dass sie einen Sinn in den Übungen sehen, ihnen muss eine gewisse Bedeutung innewohnen, der die Kinder entnehmen können, dass sie keine Gesundheitsvorsorge aus Vernunftgründen betreiben werden. Neben dem klassischen Vorlesen einer Geschichte eignet sich auch das Ausmalen eines Mandalas mit seinen vorgegebenen Mustern und Strukturen für die Entspannung und Beruhigung von Kindern. Sport ohne Leistungsdruck oder ein anderes Hobby mit körperlichen Elementen ist für die unspezifische physische Entspannung vorteilhaft.

Ganz gezielt lässt sich mit den nachfolgenden Punkten die innere Balance, die Erdung des Kindes und somit seine Entspannung fördern.

  • Mit Traumreisen: Zu Entspannungsmusik wird in einem ruhigen, angenehmen Raum ein Text von einem Erwachsenen erzählt, der die Imagination anregt. Z.B. können die Kinder auf einen Traumpfad geschickt werden, bei dem sich ständig der Untergrund ändert.
  • Mit Yogaübungen, die meist mit ihrem Tier- oder Pflanzenbezug die Neugierde der Kinder wecken.
  • Mit Atemübungen einen ruhigeren und bewussteren Atem entwickeln.
  • Mit Meditationübungen, indem etwa mit geschlossenen Augen einem Ton nachgehört wird, z.B. einer Klangschale oder Glocke, bis er nicht mehr zu hören ist. Erst dann werden die Augen wieder geöffnet.
  • Mit Massagen wie z.B. dem Klassiker „Wettermassage“: Mit den Händen wird auf dem Rücken des Kindes im Liegen wechselhaftes Wetter nachgespielt. Bei der Sonne wird über den Rücken gestrichen, bei Regen mit den Fingerspitzen berührt und bei Donner leicht mit den Fäusten getrommelt. Mit Tennisbällen oder anderen Hilfsmitteln wie Igelbällen wird der Funktionsradius erweiterbar.

Wichtig bei allen Entspannungsmaßnahmen ist die regelmäßige, langfristige Anwendung. Nur so kann sich ein nachhaltiger Erfolg einstellen.