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Mit Kindern lesen: Leseförderung in der Kinderbetreuung

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Lesen ist eine der Schlüsselqualifikationen für den späteren beruflichen Erfolg und die Teilhabe in der Gesellschaft. Die in den letzten Jahren vorgenommenen PISA-Untersuchungen haben deutlich ein Defizit in Bezug auf das sinnentnehmende Lernen aufgezeigt. Auch wenn in der Schule das Lesen gelernt wird, verlieren viele Kinder später wieder das Interesse – das selbstmotivierte Lesen fehlt. Eltern und Kinderbetreuer können hier eine wertvolle Hilfe in der Leseförderung leisten.

Als ersten Schritt kann man schon früh anfangen, mit Kindern gemeinsam Bücher anzuschauen. Das sind zuerst einmal Bilderbücher, die man dem Kind vorliest und die es später mit erwachsener Hilfe selbst lesen kann. Neben den visuellen Reizen und der Förderung von Phantasie und Kreativität, vergrößert sich durch Bilderbücher auch der Wortschatz des Kindes. Bei Bilderbüchern ohne Text kann der erwachsene Vorleser in Form des Elternteils oder Betreuers eine eigene Geschichte vorlesen oder das Kind übernimmt dies. Gerade bei Wimmelbüchern können die Kinder sich stundenlang in ein Buch vertiefen, und die Betreuungsperson kann dem Kind Fragen zu den einzelnen Geschichten stellen, die in den Bildern erzählt werden, und damit einen wichtigen Beitrag für die kindliche Sprachentwicklung leisten.

Es sollte nicht vergessen werden, eine gemütliche Umgebung für dieses Setting vorzubereiten, z.B. mit einer kuscheligen Decke und dem Lieblingskuscheltier. Neben dem Lerneffekt ist familiär immer auch die körperliche Nähe und die Geborgenheit durch den Vorleser ein wichtiger Aspekt des gemeinsamen Lesens. Für Kinder, deren Eltern nicht die deutsche Sprache sprechen und für Kinder, deren Eltern wenig Zeit zum Vorlesen haben, gibt es ehrenamtliche Vorleser, die in Kindergärten, Schulen oder die Bibliothek kommen. Oder der Kinderbetreuer übernimmt diese Aufgabe.

Wird das Kind älter, bietet sich ein eigener Bibliotheksausweis an. So kann das Kind schon früh lernen, welche Bücher es mehr interessieren als andere. In vielen Schulen wird mittlerweile Antolin, ein Internetportal zur Leseförderung, verwendet. Kinder können nach Freischaltung durch den Lehrer aus knapp 50.000 Büchern wählen, zu denen es eigene Quizfragen gibt. Je nachdem, wie viele Fragen richtig beantwortet wurden, gibt es Punkte zu sammeln. Die Datenbank wird stetig erweitert. Besonders für den späteren Umgang mit Fachtexten ist ein sicheres und flüssiges Lesen eine Grundvoraussetzung. Im Internet finden sich viele Literaturportale mit Rezensionen, die eine Hilfe für die passende Buchwahl sein können.