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Die Präventionskampagne des Bundes-Familien-Ministeriums "Dein Spiel. Dein Leben. - Find your Level!"

Video- und Computerspiele sind aus dem Alltag vieler Jugendlicher nicht mehr wegzudenken. Schon Kinder sitzen oft mehr vor dem Computer als gesund wäre. Bedenklich ist das nicht nur wegen der gesundheitlichen Risiken, die mangelnde Bewegung mit sich bringt, sondern auch wegen des hohen Suchtpotenzials. Mitte August startete das Bundesfamilienministerium zusammen mit Unternehmen der Gamingbranche und mehreren pädagogischen Instituten die Präventionskampagne „Dein Spiel. Dein Leben. – Find your Level!“.
Ziel der Kampagne ist es, vor allem Jugendliche dafür zu sensibilisieren, wie wichtig eine ausgewogene Balance zwischen virtuellem und realem Leben ist.

Erarbeitet wurde sie seit Anfang 2012 in bundesweiten Workshops von mehr als 100 Jugendlichen. Die Initiatoren setzen darauf, dass nicht nur Eltern und Pädagogen den Betroffenen zur Seite stehen, sondern dass vor allem Gleichaltrige einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, Vielspieler zurück „in die Realität zu holen“ und ihnen Alternativen und einen Ausgleich zum Computerspiel aufzeigen. Außerdem sind Diskussionen in den sozialen Netzwerken, in Spiele-Gemeinschaften und auf Gaming Events, in Schulen und Freizeiteinrichtungen für Jugendliche geplant.

Auch wenn die Kampagne sich vorrangig an Jugendliche richtet, sollten schon im Kindesalter erste Warnsignale für eine zu starke Abhängigkeit von Computerspielen wahrgenommen werden. Hier ist es natürlich wichtig, besonders auf den Inhalt der Spiele zu achten. Wichtig ist es, die angemessene Altersangabe zu beachten und Kindern das Spielen nicht grundsätzlich zu verbieten. Um auf kritische Entwicklungen reagieren zu können, sollten sich Eltern für die Computerspiele ihrer Kinder interessieren und aktiv das Gespräch darüber suchen. Es kann auch hilfreich sein, ein Spiel oder zumindest ein Level selbst oder mit dem Kind gemeinsam zu absolvieren.

Wenn Kinder einen großen Teil ihrer Freizeit am Computer verbringen, ist zu schnelle Panik ebenso unangebracht wie Verharmlosung. Die Bundesprüfstelle empfiehlt, dass für Kinder bis acht Jahre die Computerzeit auf eine halbe Stunde pro Tag begrenzt werden sollte. Ab zehn Jahren sollte das Kind in die Entscheidung über eine Zeitbegrenzung mit einbezogen werden. Ein kritischer Punkt ist dann erreicht, wenn die schulischen Leistungen unter den Spielen leiden, andere Hobbies aufgegeben und reale Freundschaften nicht weiter gepflegt werden. Bemerken Eltern eine solche Entwicklung, sollten unbedingt das Gespräch mit den Kindern gesucht und die Ursachen ergründet werden. Möglicherweise gibt es im realen Leben des Kindes Misserfolge, die durch Erfolge in Computerspielen kompensiert werden. Eine Suchtberatungsstelle ist in schwerwiegenden Fällen ein wichtiger Ansprechpartner.

Mehr Informationen über die Kampagne „Dein Spiel. Dein Leben. – Find your Level!“ gibt es auf der offiziellen Website.